Wasserspiele am Algunder Waalweg

Der Algunder Waalweg ist einer von vielen Waalwegen (ca.50) rund um Meran in Südtirol.

Liebevoll angelegt und äußerst gepflegt bietet der Algunder Waalweg dem Spaziergänger und Wanderer herrliche Ausblicke ins Meraner Becken und auf die umliegenden Berge.

Blick auf Etschtal und Gantkofel in Südtirol vom Algunder Waalweg aus gesehen

Blick auf Etschtal und Gantkofel vom Algunder Waalweg

Und diese Aussicht läßt sich zudem unbeschwert genießen, da im Verlauf des ca. 6 Kilometer langen Weges kaum Höhenunterschiede zu überwinden sind.

Hier dreht sich alles um das lebenerhaltende Element Wasser !

Die Waale sind Überbleibsel aus alter Zeit, als Wasser für die Bewirtschaftung der Felder schwer zu beschaffen und zu transportieren war.
Zudem muß die Gegend seinerzeit extrem trocken gewesen sein.

Geniale Konstrukteure planten aus diesem Grund die Waale.

Diese wurden in jahrelanger mühevoller Arbeit angelegt und über Jahrhunderte hinweg instantgehalten, was nicht immer einfach war, da Erdrutsche und Überläufe bei Starkregen mitunter zu Beschädigungen führten.

Algunder Waalweg in Südtirol

Algunder Waalweg

Es handelt sich hierbei um Bewässerungsgräben, die oberhalb der zu bewässernden Felder entlang der Berghänge entlangführen.
Mit minimalem Gefälle, denn sonst würde ja das Wasser nicht fließen . . . logisch.
Und gerade dieses ultraleichte Gefälle war für damalige technische Möglichkeiten eine vermessungstech-
nische Meisterleistung.

Für die Instanthaltung der Waale legte man neben diesen einen schmalen Weg an, um eine laufende Kontrolle zu gewährleisten, die vom sogenannten Waaler, einem Oberaufseher und Wasserverteiler vorgenommen wurde.

Das Wasser wurde aus der Etsch entnommen, in die Waale geleitet und jeder Landwirt bekam zu festgesetzten Zeiten eine bestimmte Menge Wasser für seine Felder.
Es konnte also nicht jeder Wasser entnehmen, so wie er lustig war.

Selbstverständlich gibt es heute modernere Bewässerungssysteme, die in der Meraner Ecke auch verwendet werden.
Aber einige Bewässerungskanäle werden auch heute noch benutzt, weshalb man sie liebevoll instanthält.

An vielen Abschnitten kann man noch den ursprünglichen naturbelassenen Zustand in Augenschein nehmen, aber hin und wieder war es dann doch nötig, das Wasser durch Betonrinnen laufen zu lassen, was der Wanderfreude jedoch keinen Abbruch tut.

Interessant auch die Stellen, an denen das Wasser durch Tunnel oder sogar unterirdisch weiterfließt, um einige Meter weiter wieder oberirdisch durch die Rinnen zu sprudeln.

Die Waalwege selbst sind abwechslungsreiche Passagen und führen unmittelbar durch Südtirols Kulturlandschaften mit Wein-und Obstanbau.
Wunderschön anzuschauen zur Zeit der Apfelblüte im Frühjahr, oder auch im Herbst, wenn die sonnengereiften Weintrauben an den Rebstöcken hängen.

Die Wanderungen an sich gestalten sich sehr familienfreundlich, da selbst mit Kinderwagen die Waalwege gut begehbar bzw. befahrbar sind.
Sogenannte Engstellen, auch Abschnitte mit etwas steileren Abhängen, sind in der Regel gut gesichert.

Die Waale sind somit ein erhaltenswertes Südtiroler Kulturerbe.
Das sollte sich der verantwortungsbewußte Wanderer immer vor Augen halten und darauf achten, die Waale nicht zu beschädigen.
Kinder sollten wissen, dass man die Waale selbst nicht betritt, obwohl es natürlich reizt, im Hochsommer bei großer Hitze die Füße zu kühlen.

Zu Beginn und zum Ende eines Waalweges sind meistens Einkehrmöglichkeiten vorhanden, selten auch unterwegs.
Deshalb lohnt die Mitführung eines mehr oder minder gefüllten Rucksacks mit Südtiroler Spezialitäten.

Algunder Waalweg in Südtirol mit Panoramablick auf die Berge

Panoramablick vom Algunder Waalweg

Der Algunder Waalweg ist im Grunde eine Fortsetzung des Meraner Tappeinerwegs, einer über Meran angelegten Promenade mit exotischen Gewächsen.
Wenn man von Meran kommend das Ende des Tappeinerweges erreicht hat, ist der Algunder Waalweg bereits ausgeschildert . . . man kann ihn somit nicht verfehlen.

In Richtung Meran beginnt der Algunder Waalweg in Töll und endet in Gratsch am Tappeinerweg . . . das ganze Programm also nur umgekehrt.

Für die 6 Kilometer Wanderung werden in Reiseführern oft 3 Stunden Gehzeit angegeben.
Nun ja . . . da muß man sich beim Langsamgehen aber schon allergrößte Mühe geben, um diese Zeit einzuhalten . . . will sagen: es geht selbstverständlich wesentlich schneller.

Aber . . . wenn man oft innehält, um die Natur und die Umgebung zu bewundern, mal ein Foto zwischendurch schießt oder einfach nur auf einer Bank etwas relaxt . . . kann man ohne Mühe 3 Stunden und mehr einplanen, je nach Wanderlust und Laune.

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