admin am 25. Juli 2011

Genusswanderung – Von Kaltern auf den Roen

Der Roen läßt sich von vielen Ausgangsorten erwandern, vom Nonstal aus, von dem Ort Tramin oder von Kaltern aus direkt, oder über den Mendelpass als Zwischenstation bzw. Startpunkt.

Aber egal, von wo aus man startet, es erwartet den Wanderer eine schöne, mittelschwere Tour mit einigen deftigen Steigungen.
Und wer gerne klettert, kann über einen separaten Klettersteig seine Adrenalinausschüttung auf höhere Level befördern.

Der Monte Roen über Tramin in Südtirol von Montan aus gesehen

Der Roen und Tramin von Montan aus gesehen, Foto © Mai-Sachme - http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Der Roen ist 2.116 m hoch und damit der höchste Berg des Mendelkamms zwischen Südtirol und dem Trentino, wobei der Mendelkamm die natürliche Sprachgrenze bildet.

Der Berggipfel mit dem gewaltigen Gipfelkreuz (nicht ganz ernst gemeint) ist sehr weitläufig, fast schon als Hochebene oder Plateau zu bezeichnen.

Aber aufpassen:
Auf der einen Seite gehts fast senkrecht in die Tiefe !

Von hier hat man einen prächtigen Blick auf die Fleimstaler Alpen, den Ortler, die Brenta-und Adamellogruppe und selbstverständlich auf die Dolomiten.
Das komplette Etschtal liegt zu Füßen und Bozen glitzert in der Ferne.

Wegweiser von Kaltern über Prazollersteig auf den Monte Roen in Südtirol

Prazoller Steig

Von Kaltern aus besteht die Möglichkeit, über den Prazoller Steig direkt zum Roen zu gelangen.

Meine Familie und ich haben diese Wanderung einmal absolviert.
Ich weiß bis heute nicht woran es lag, an schlechter Tagesform oder ungenügendem Frühstück . . . jedenfalls schien die Wanderung überhaupt kein Ende zu nehmen und wir empfanden sie als anstrengend.
Schlußendlich sind wir dann doch angekommen.

Folgende Varianten bieten sich noch an:

1. Zu Fuß von Kaltern auf den Mendelpass wandern und von hier aus weiter zum Roen.
2. Mit der Mendelbahn bis zum Mendelpass fahren und von hier aus die Route zum Roen begehen.
3. Mit dem PKW, Motorrad oder Fahrrad die Mendelpass-Straße bis nach Ruffre auf dem Mendelpass fahren und dort parken bzw. vom Parkplatz die Tour starten.

Vom Mendelpass auf den Monte Roen

Unmittelbar hinter der Mendelbahn-Bergstation beginnt man die Wanderung auf dem Weg Nr.500 !

Eine ungefähre Gehzeit von 3 bis 4 Stunden liegt vor einem und man hat in etwa 750 m Höhenunterschied zu absolvieren.
Es empfiehlt sich daher, diese Wanderung nicht erst am Nachmittag zu beginnen, sondern am besten schon zur Frühschicht.

Der Weg selbst führt meist durch Wald, aber auch durch lichte Stellen bzw. hübsche Almwiesen und felsige Abschnitte.
Zwischendurch bieten sich einem immer Blicke auf die grandiose Landschaft in der Tiefe und in der Ferne.

Bald ist die Enzianhütte erreicht und kurz danach die Halbweghütte.
An dieser Stelle hat man die Möglichkeit, einen Abstecher auf den Lawinenspitz vorzunehmen, dem Startpunkt für die wagemutigen Paragleiter, die sich hier in die Lüfte schwingen und dicht am Kalterer See ihren Landepunkt haben.
Auch von hier bietet sich ein herrlicher Ausblick.

Weiter gehts in Richtung Roen.
Die Romeno Alm kommt in Sicht und von hier aus beginnt die letzte steile Etappe zum Gipfel des Monte Roen.

Wer den Nervenkitzel vorzieht, zweigt an der Romeno Alm zur Überetscher Hütte ab und erklimmt den Roen-Gipfel über den ausgeschilderten und mit Halteseilen gesicherten Klettersteig.

Seilgesicherter Klettersteig zum Monte Roen in Südtirol

Seilgesicherter Klettersteig zum Monte Roen

Aber Vorsicht:
Hier geht es extrem steil nach oben . . . und auch hinunter.
Höhenangst ist absolut fehl am Platz; Trittsicherheit und Verantwortungsgefühl sind unbedingt erforderlich.
Es kommt auch nicht alles Gute von oben, mitunter sind Steine dabei (Helm ?!).

Dieser Klettersteig ist normalerweise nichts für Kinder !
Ich persönlich habe auch schon von Wanderern gehört, die auf halber Höhe des Klettersteigs kehrtgemacht haben und auf der normalen Route weitergegangen sind.

Wie dem auch sei . . . für den einen ists gefährlich, für den anderen sinds Peanuts.
Ich wollte halt nur darauf hinweisen, damit man keine unliebsame Überraschung erlebt.

Für den Umweg über den Klettersteig sollte man zudem extra Zeit einplanen, d.h. die komplette Tour dauert länger.

Für diese gesamte Tour, also Kaltern – St.Anton über den Mendelpass zum Roen und wieder zurück sollte man einen ganzen Urlaubstag einplanen.
Aber auch wenn man vom Mendelpass startet, wird man kaum unter 6 Stunden reiner Wegzeit wegkommen.

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admin am 21. Juli 2011

Wandertag – Von Kaltern über den Mendelpass zum Penegal

Nach ein paar leichten Wanderungen zum Urlaubsbeginn in Südtirol bietet sich nun eine etwas anspruchsvollere Tour an – die Wanderung von Kaltern über den Mendelpass zum Monte Penegal.

Erstes Etappenziel ist somit der Passo Mendola, der Mendelpass bzw. der Ort Ruffre.
Hier verläuft die Sprachgrenze Italienisch – Deutsch.

Zweites Etappenziel ist die modernisierte Aussichtsplattform auf dem Penegal.
Belohnt wird der ausdauernde Wanderer von hier aus mit einem 360° – Traumblick auf Dolomiten, Ortler, Brentagruppe und den Blick ins weitläufige Etschtal.

Von Kaltern auf den Penegal - Neben der Mendelbahn

Von Kaltern auf den Penegal - Neben der Mendelbahn

Um sich die Tour etwas zu erleichtern, nutzen viele Besucher Südtirols die Möglichkeit, mit der Mendelbahn von St.Anton-Kaltern auf den Mendelpass zu fahren, um von hier aus auf den Penegal weiterzuwandern.

Wer jedoch das volle Programm absolvieren möchte, der startet ebenfalls in St.Anton-Kaltern zu Fuß, und zwar auf dem Alten Mendelsteig – Weg M, direkt bei der Mendelbahn-Talstation .
Der Weg führt anfangs durch Wald, streift dann kurz den Streckenverlauf der Mendelbahn um sodann wesentlich steiler zu werden.

Gutes Schuhwerk empfiehlt sich, da an einigen Passagen Trittsicherheit erforderlich ist.
Der Grund: Man geht über runde und gezackte Felsen, die teilweise von Laub überdeckt sind; hier kann man leicht umknicken, was einem Tourende gleichkommt.

Nach einiger Zeit erreicht der Wanderer – nun schon einige Hundert Meter höher – eine hufeisenförmige Holzbank an einem Aussichtspunkt.

Spätestens hier hat sich auch schon der erste Durst bemerkbar gemacht, und nach Befriedigung desselben ist der Rucksack fortan spürbar leichter.
Der Blick ins Etschtal und auf den Kalterer See von hier oben tut dem Wohlbefinden außerordentlich gut und man möchte die Wanderung eigentlich gar nicht fortsetzen.

Aber man hat noch eine lange Wegstrecke vor sich.

In Ruffre auf dem Mendelpass in Südtirol

Mendelpass - Rechts runter in Richtung Kaltern, links weiter zum Penegal

Es geht stetig weiter steil bergauf; unterwegs hört man ab und zu Fahrzeuge auf der Mendelstraße, die in engen Kehren zum Mendelpass hinaufführt.

Mendelpass – Penegal :

Endlich ist nun der Passo Mendola (Mendelpass) erreicht; man verläßt direkt am Ortsschild den Wanderweg und geht auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Wegmarkierung (Weg 500) wieder durch den Wald weiter in Richtung Penegal.

Wers mag, kann in Ruffre auf dem Mendelpass eine kurze Pause machen, durch die Gassen schlendern oder sich kurz für ein Eis oder ein Weizenbier in eins der vielen Restaurants setzen.

Weiter gehts zum Penegal.
Der Weg ist nicht mehr ganz so steil, aber an einigen Stellen führt er dicht an nicht gesicherten Abhängen entlang.
Hier ist allergrößte Vorsicht geboten, besonders wenn es geregnet oder geschneit bzw. gefroren hat; dann kann es hier ziemlich glitschig werden.

Eine unmittelbare Absturzgefahr besteht zwar nicht, aber erhöhte Aufmerksamkeit ist erforderlich.
Eltern mit kleinen Kindern sollten hier ihre Kleinen an die Hand nehmen und den Halbwüchsigen keine Extratouren erlauben.

Der Weg führt ein wenig die asphaltierte Straße entlang, um im weiteren Streckenverlauf wieder durch lichten Wald weiterzuführen.
Der Kleine Penegal wird erreicht mit wunderbarer, unverbauter Aussichtsmöglichkeit (auch hier bitte aufpassen).

Nach kurzer Zeit ist dann schließlich der Große Penegal erwandert und der Gipfelstürmer wird für seine Mühen durch die herrliche Rundumsicht mehr als entschädigt.

Blick vom Penegal auf den Mitterberg, Montiggl, die Montiggler Seen, Leifers und die Dolomiten

Blick vom Penegal auf Leifers und die Dolomiten

Nicht wundern:
Im Verlauf der Tour überquert man zweimal die Mendelpass-Straße bzw. geht auf dieser ein kurzes Stück.
Man hat sich also nicht verlaufen . . . das gehört zur Route dazu.

Auf den gleichen Wegen kann es dann wieder nach unten gehen.
Es gibt auch andere Abstiegsmöglichkeiten, aber auf die möchte ich hier nicht eingehen.

Es empfiehlt sich ohnehin, sich vor Beginn ausgedehnter Wanderungen in Südtirol detailliertes Kartenmaterial zu besorgen und dieses auch vor Antritt einer Tour zu studieren.
Ferner die Karte nicht in der Nachttischschublade liegen zu lassen, sondern auf der Wanderung mitzuführen.
Es kann unterwegs immer mal etwas anders laufen als geplant – dann hilft eine aktuelle Karte weiter.

Wie schnell sich etwas ändern kann, haben meine Familie und ich bei eben geschilderter Wanderung erlebt.

Aufgestiegen auf den Penegal bei durchwachsenem Wetter, überraschte uns kurz nach Beginn des Abstiegs ein dichter Schneeschauer, der in niedrigeren Höhen in Regen überging.
Wie gut, dass wir entsprechende Kleidung mithatten und die Temperaturen im erträglichen Bereich angesiedelt waren.

Die reine Gehzeit beträgt bei flottem Tempo übrigens ca. 5 Stunden, also komplett Kaltern – Penegal – Kaltern.
Dazu kommen die Pausen bzw. der Aufenthalt auf dem Penegal und das Schlendern oder Shoppen in Ruffre auf dem Mendelpass.

Will sagen: Ein kompletter Urlaubstag geht drauf.

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admin am 20. Juli 2011

Nichts für schwache Nerven – Die Mendelbahn

Schon aus großer Entfernung vermittelt der fast schnurgerade die Mendel hinaufführende Streckenverlauf der Mendelbahn ein flaues Gefühl im Bauch.

Allein beim Anblick dieser extrem steilen Steigung erhöht sich der Adrenalinausstoß und der Herzschlag beschleunigt in den roten Drehzahlbereich.

Zwischen 57% und 64% Steigung bzw. Gefälle auf 2.370 Metern bei einem Höhenunterschied von sage und schreibe 850 Metern !
Damit ist die 2009 modernisierte Mendelbahn eine der steilsten und längsten Standseilbahnen Europas.

Talstation Mendelbahn in St.Anton-Kaltern in Südtirol

Schmuckstück - Die Talstation der Mendelbahn in St.Anton-Kaltern, Foto © Memorino - http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de

Sie verbindet St.Anton, einen Ortsteil von Kaltern mit dem Mendelpass bzw. Ruffre (1.364 m).
Durch diese Verkehrsanbindung wird zum einen die Mendelstraße entlastet, denn man kann das Auto in Kaltern stehen lassen.

Zum anderen bietet die Mendelbahn eine wesentliche Zeitersparnis (ca.2 Stunden) für ausgedehnte Wanderungen auf dem Mendelkamm, denn man muß die Strecke Kaltern – Mendel nicht zu Fuß zurücklegen.

Blick auf die Serpentinen der Mendelpass-Strasse und auf die extrem steile Mendelbahnstrecke

Extrem steil - Die Mendelbahnstrecke mit Bergstation, im Vordergrund die Mendelpass-Strasse

Deshalb wird die Mendelbahn gern von Südtirolurlaubern angenommen, denn in 12 Minuten ist man auf der Mendel und kann von hier aus zum Monte Roen weiterwandern oder zur Lavinaspitze.
Und in die andere Richtung gehts zum Penegal bzw. Gantkofel.
Aber auch in Ruffre, auf dem Mendelpass, gibts immer was zu sehen.

Während der Fahrt mit der Mendelbahn bieten sich herrliche Aussichten auf Kaltern, ins Etschtal, auf Bozen und die Dolomiten.
Und vom Mendelkamm selbst sind ebenfalls die schönsten Panoramen sichtbar und machen Lust auf die Digitalkamera.

Die Ur-Mendelbahn war, so wird berichtet, die erste elektrisch betriebene Standseilbahn in Europa und im Eröffnungsjahr 1903 ein Superlativ der damals möglichen Technik.

Zuerst aus touristischer Sicht geplant und gebaut, wurde die Mendelbahn später auch für militärische Zwecke genutzt.
Umso schöner, dass sie die letzten Jahrzehnte ausschließlich wieder den Einheimischen und Südtirolfreunden für friedliche Absichten zur Verfügung steht.

Bei bis zu 64% Gefälle muß sich der Fahrgast auf die Technik verlassen können. Nicht auszudenken, wenn mal das Seil reißen würde und die Bahn keine Bremsen hätte, man letztlich einen Anker werfen müßte.

Die neue Panoramkabine der Mendelbahn in voller Fahrt

Hübsche Mendelbahn, Foto © Hubert Berberich (HubiB) - http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Deshalb wird die Mendelbahn in regelmäßigen Abständen gewartet und überprüft.
Bei geringsten Anzeichen von Störungen und Unregelmäßigkeiten wird der Betrieb sofort eingestellt.

Zum Beispiel blieb die Mendelbahn im Frühjahr 2009 für einige Monate außer Betrieb, um verschiedene Wartungsarbeiten durchzuführen und neue Panorama-Kabinen für hervorragende Rundumsicht auf die 1.000 mm breite Spur zu stellen.

Zudem wurde auf halber Höhe eine Zwischenstation eröffnet, so dass auch die Benutzer des Kalterer Höhenweges die Bahn benutzen können.

Die Fahrt an sich führt durch Wald bzw. Felsgelände.
Man durchfährt 5 Kurven, 2 Tunnel und überquert 2 Viadukte – somit eine kurzweilige Angelegenheit und auch abwechslungsreich für Kinder.

Es empfiehlt sich, die Abfahrtszeiten bzw. Ankunftszeiten, sowie die erste und letzte Fahrt vor Ort zu erfragen, da sich der Fahrplan ab Jahresmitte geringfügig ändern kann.

Die Fahrpreise betragen zur Zeit (2011) 5,00 € für eine einfache Fahrt, 7,50 € für Hin-und Rückfahrt, sowie 4,00 € für ein mitgeführtes Fahrrad.

Zurück zur Einleitung:
Wieso ist die Mendelbahn nichts für schwache Nerven?

Nun, ich selbst leide etwas unter Höhenangst.
Bei unseren Familienurlauben in Südtirol bin ich in dieses Gefährt niemals eingestiegen. Allein der Blick von der Bergstation hinunter hat mir schon den Schweiß auf die kahle Stirn getrieben.

So bin ich von Kaltern aus die Mendel hochgelaufen und auch wieder hinunter (was mir vom Familienrest hier nicht wiederzugebende Kommentare eintrug), während der überwiegende Teil meiner Familie die bequeme Passage mit der Mendelbahn genoß.

Das Prädikat Angsthase nehme ich gerne in Kauf !
Basta !

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admin am 19. Juli 2011

Italiens Vorzeige-Verkehrsmittel . . . Die Neue Rittner Seilbahn mit modernster Technik

Ach was waren das noch Zeiten, als man in der guten alten Rittner Seilbahn von Bozen (276 m) nach Oberbozen (1.227 m) den Bozner Hausberg Ritten emporschwebte !

In roten rechteckigen Kästen mit einer metallenen Tragkonstruktion, die schon fast monumentalen Charakter hatte.

Alte Rittner Seilbahn über dem Tal schwebend

Die gute alte Rittner Seilbahn

Unvergessen der Moment, in dem sich die berg-und talwärts schwebenden Gondeln bei stetig abnehmendem Tempo über einem Tal hängend zeitlupenartig begegneten, um sodann wieder sanft zu beschleunigen, nachdem man die Passagiere in der Nachbargondel freundlich begrüßt hatte.

Bis zum September 2007 beförderte die Rittner Seilbahn (Pendelbahn) stündlich max. ca.250 Personen in etwa 12 Minuten Fahrzeit.
Diese Kapazität reichte in der Hochsaison bei weitem nicht mehr aus und auch die Technik war schon etwas in die Jahre gekommen.
Die Geräuschkulisse empfand man als störend und häufigere Wartungsintervalle behinderten einen durchgehenden Betrieb.

Man beschloß eine grundlegende Änderung dieses Zustands.
Der Betrieb wurde eingestellt, die Bahn abgerissen und durch eine modernste Kabinen-Umlaufbahn – der ersten dieser Art in Italien – ersetzt.

Ein Hauch von Wehmut blieb, hatte man sich doch an die Rittner Seilbahn über Jahrzehnte hinweg gewöhnt.
Was man gehabt hatte, wußte man . . . was man bekommen würde dagegen nicht.

Einheimische und Besucher fieberten deshalb dem 23.Mai 2009 entgegen, dem Eröffnungstag der neuen Rittner Seilbahn.

Und man wurde nicht enttäuscht!
Ein Projekt modernster Technik und beispielloser Sicherheitsvorkehrungen war fertiggestellt.

Ab Mai 2009 reist man nun sehr bequem und komfortabel (24 Sitzplätze, 11 Stehplätze – Mitnahmemöglichkeit für Kinderwagen und Fahrräder) im 4-Minuten-Takt den Ritten hoch oder herunter, in hübsch designten Kabinen mit nunmehr filigran anmutender Tragkonstruktion.

Die 8 Kabinen sind fortan in der Lage, bis zu 550 Personen stündlich zu befördern.
Und das unter extrem sicheren Bedingungen, denn die Kabinen hängen an 2 Tragseilen mit je 46 mm Durchmesser, was eine sehr gute Stabilität bei Seitenwind gewährleistet.

Wert wurde zudem auf Barrierefreiheit gelegt.

Der Aufenthalt in Berg-und Talstation ist auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer problemlos möglich.
Ermöglicht wurde dies durch den Einbau von Fahrstühlen und den Verzicht auf überflüssige Stufen.

Die neue Rittner Seilbahn überwindet 950 m Höhenunterschied in 12 Minuten.
Somit bietet sich dem Südtirolurlauber ausreichend Zeit, die grandiose Aussicht zu genießen und die mitgeführte Digitalkamera zu strapazieren.

Fotomotive gibt es wahrlich in großzügigster Anzahl, denn der Blick auf Bozen, den Bozner Talkessel und die Dolomiten sollte unbedingt für gemeinsame Erinnerungsabende in einem digitalen Medium konserviert werden.

Der Fahrpreis ist trotz gewaltiger Investitionen in den Bau eines Vorzeige-Verkehrsmittels äußerst moderat geblieben.

Die einfache Fahrt kostet zur Zeit nur € 2,50 pro Person, die Hin- und Rückfahrt € 3,50, gültig auch mit Mobilcard, museumobilcard und der RittenCard.
Mit einer Gruppenkarte ab 10 Personen gibt es sogar 10 % Ermäßigung.

Durch den 4-Minuten-Takt entfällt der von früher gewohnte Fahrplan.
Rechtzeitiges Erscheinen gewährleistet somit die sofortige Beförderung.

Und falls man in der Hochsaison aufgrund hohen Besucherstroms einmal nicht mehr mitgenommen wird, kann man getrost die nächsten 4 Minuten irgenwie mit irgendetwas ausfüllen.

Vorschlag:
Einen unaufdringlichen Small-Talk mit einem voraussichtlichen Mitfahrer beginnen, mit dem man 12 Minuten seines Lebens gemeinsam in einer Kabine verbringt.
Oder . . . aber das ist jetzt ein wenig provokant von mir . . . mal wieder mit Partner/Partnerin oder den Kindern kommunizieren, was vielen Familien in unserer stetig hektischer und stressiger werdenden Zeit anscheinend zunehmend schwerer fällt.

Trotzallem gibt es aber einen speziellen Fahrplan, der die früheste und letzte Fahrt an Werktagen, Sonn-und Feiertagen regelt.

Den gibts hier als PDF – Datei zum Ansehen oder zum Download.

Die Talstation der Rittner Seilbahn befindet sich in Südtirols Landeshaupstadt Bozen in der Rittnerstrasse 12.

Zum Schluß:
Der Fahrpreis für die Beförderung ist sehr gut angelegtes Geld.
Denn die Erinnerungen an atemberaubende Südtiroler Panoramen bleiben für immer !

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admin am 18. Juli 2011

Abenteuer Leiferer Höhenweg

Eine Ausdauer erfordernde Wanderung mit leichten Kletterpassagen und Erlebnischarakter – der Leiferer Höhenweg im Brantental bei dem Südtiroler Ort Leifers.

Als Beigabe gibts herrliche Rundblicke auf Leifers, das Etschtal bzw. Südtiroler Unterland.

Herrlicher Ausblick vom Leiferer Höhenweg in Südtirol

Schöne Aussicht vom Leiferer Höhenweg

Festes Schuhwerk ist auf dem Leiferer Höhenweg Bedingung, ferner Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und die Bereitschaft, sich an einigen seilgesicherten Abschnitten auch an den Drahtseilen festzuhalten, sonst endet die Partie frühzeitig und man muß umkehren.

Seilsicherung am Leiferer Höhenweg in Südtirol

Seilsicherung am Leiferer Höhenweg

Falls man Kinder dabei hat sollten diese bereits in der Lage sein, sich selbst festzuhalten und Verantwortung zu übernehmen.
Tragen ist schlecht, da man selbst die Hände zum Festhalten benötigt.
Also nichts für ganz kleine Kinder.

Achtung:
In den warmen bzw. heißen Felsen besteht die Möglichkeit auf Smaragdeidechsen und Südtiroler Schlangen zu treffen.
Das kommt zwar nicht häufig vor, aber man sollte auf eine Begegnung der dritten Art gefaßt sein und nicht die Nerven verlieren.

Ich verweise zu dieser Thematik auf 2 Artikel über Südtirols Schlangen:

Durch panische Reaktionen könnte man stürzen, was an felsigen Abschnitten böse Folgen haben kann.
Richtig Abstürzen kann man zwar nicht . . . aber trotzdem Vorsicht !

Man liest immer wieder, dass man diese Wanderung nicht im Hochsommer bzw. an heißen Tagen durchführen sollte, da sich die Felsen enorm aufheizen und man schnell schlapp machen könnte.

Auf dem Leiferer Höhenweg in Südtirol

Brütende Hitze auf dem Leiferer Höhenweg

Ich kann diese Aussagen aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Meine Familie und ich haben zwar nicht schlapp gemacht, aber die Hitze war schon Anfang April fast unerträglich.

Wir hatten natürlich Kopfbedeckung, Sonnencreme, Sonnenbrille und Getränke dabei und das war auch absolut erforderlich.

In Leifers hatten wir unseren PKW abgestellt und machten uns auf ins ruhige, aber schmale Brantental.

In praller Sonne ging es langsam eine asphaltierte Straße hinauf, vorbei an einigen Obstanlagen und Weinreben und in ständiger Nachbarschaft des behutsam dahinplätschernden Brantenbachs.

Dieser erste Wegabschnitt war ca. 4 Kilometer lang, bei diesem Wetter gefühlte 40 km.

Der Aufstieg durchs Brantental schien kein Ende zu nehmen und war ermüdend bzw. langweilig.

Als wir schon dachten, uns verlaufen zu haben, kam endlich der Wegweiser zum Weg Nr. 12 – Leiferer Höhenweg – in Sicht.

Leiferer Höhenweg bei Leifers in Südtirol

Aufstieg zum Leiferer Höhenweg - Weg Nr. 12

Und jetzt wurde es spannend, wußten wir doch bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was uns im Verlauf unserer Wanderung erwartete.

Es ging nun stetig bergauf und die hohen Temperaturen machten jeden Schritt zur kleinen Qual.

Über schmale aber gesicherte Pfade ging es durch die Felsen des Brantentales mit herrlichem Blick auf Leifers und Südtiroler Unterland.

Blick vom Leiferer Höhenweg in Südtirol

Blick vom Leiferer Höhenweg in Südtirol

Ein sehr schön gelegener Aussichtspunkt (ca. 900 m), mit Geländer gesichert lud zur kleinen Rast ein und gab den Blick frei ins weitläufige Etschtal.

Im Verlauf der Wanderung aber ging es an einigen abschüssigen Stellen nur weiter, wenn man sich – wie bereits ausgeführt – an gespannten Drahtseilen festhielt, was auch dringend erforderlich war.

Meine Familie hatte zwar keine großen Probleme an diesen Stellen, aber mir persönlich wurde etwas flau im Magen, da sich meine leichte Höhenangst bemerkbar machte.

Seilsicherung am Leiferer Höhenweg in Südtirol

Seilgesicherter Abschnitt - Leiferer Höhenweg

Es gibt gewiß schlimmere Abschnitte, aber wer mit Höhenangst und so zu tun hat, sollte derartige Höhenwege nicht begehen.
Es wäre sonst schade um die schon eingesetzte Zeit, wenn man wieder umkehren müßte.

Pferdekoppel und Wanderer auf dem Leiferer Höhenweg in Südtirol

Pferdekoppel neben dem Leiferer Höhenweg

So, fürs Durchhalten wurden wir belohnt mit herrlichen Ausblicken, wir sahen Pfauen bei einem alten Haus, machten unterwegs Bekanntschaft mit Pferden und stiegen den Weg Nr. 11 wieder nach Leifers hinab.

Selbstverständlich kann man noch weiterwandern bis nach Bozen.

In diesem Fall müßte man sodann mit dem Bus wieder zurück nach Leifers fahren, um das dort abgestellte Auto für eine Rückfahrt in die Unterkunft zu bemühen.

Tipp:
Um der Sonne beim Anstieg ins Brantentals zu entgehen empfiehlt sich eine frühe Marschbereitschaft, sofern man dazu im Urlaub willens und mächtig ist.

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